Biofakte treten in Form vom Menschen geschaffener oder manipulierter, d.h. von der Natur abweichender, lebender Objekte, also biotischer Artefakte in Erscheinung. Sie zeigen die Spuren von Kultur und Technik und stellen in Frage, ob das Phänomen Wachstum als eindeutige Differenz der Natur zur Technik und Kunst zu sehen ist.Totemismus ist eine ursprüngliche Form von Religion, eine elementare Weltanschauung,ein mythisches Sinngebungssystem. Das Totem ist zugleich Symbol für ein höheres Wesen, das Lebensprinzip und die Gesellschaft. Mit Totemtieren drücken die Mitglieder einer Gesellschaft ihre Identität und ihre Gruppenzugehörigkeit aus. Sie werden als Urahnen und zugleich als Schutzgeister des Menschen empfunden. Jeder Mensch bekommt bei seiner Geburt ein Totemtier zugewiesen, das seine Wesenszüge und Fähigkeiten widerspiegelt. Als Teil seiner Seele begleitet es ihn ein Leben lang. Totemtiere haben, soweit die Überlieferung zurückreicht, als mythische Parallelwesen einen festen Platz in der Geschichte der Menschheit.

Die auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Phänomene Biofakt und Totem lassen bei näherer Betrachtung Gemeinsamkeiten erkennen, bis zu der Frage: Sind Totems eine ursprüngliche Form von Biofakten auf einer spirituellen Ebene? Biofakt und Totem ermöglichen als anthropomorphe Bildwesen eine abstrakte, von eingefahrenen Gedankenmustern befreite Darstellung der vielfältigen Spannungsfelder des menschlichen Lebens zwischen der realen und der metaphysischen Ebene.

Andrea Zang

 

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